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Tagebuch 14-18 - Vier Geschichten aus Deutschland und Frankreich

Tagebuch 14-18 - Vier Geschichten aus Deutschland und Frankreich

ATTENTION VERSION ALLEMANDE - Tagebuch 14/18 erzählt die wahren Geschichten von Walter, Nessi, Lucien und René, zwei jungen Deutschen und zwei jungen Franzosen, die den Krieg von 1914 bis 1918 erlebten. Diese Einzelschicksale fügen sich zu einem sozialen Panorama aus der Zeit des Ersten Weltkriegs — ein einmaliges Zeugnis zur „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“...

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20,00 €

Vorwort


2014 jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal – der Jahrestag erfährt in den damals Krieg führenden Ländern unbestreitbar große öffentliche Aufmerksamkeit. So auch in Deutschland, wo die Erinnerung an diesen Konflikt vom Gedenken an die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust überlagert ist. Dieses Interesse spiegelt sich in anspruchsvollen Vorhaben aller Art mit pädagogischem, kulturellem und historischem Ansatz wider. Ausstellungen, Publikationen, Filme und Kulturveranstaltungen bieten den Bürgern an, sich dieser Vergangenheit zu erinnern, sie besser zu verstehen und zu begreifen.

 

1914 bis 1918 war schließlich – wie man damals sagte – ein „Großer Krieg“, ein totaler Krieg. Er traf auf unterschiedliche Weise die gesamte Bevölkerung. „Tagebuch 14/18 – Vier Geschichten aus Deutschland und Frankreich“ zeigt dies durch seine vier Protagonisten. Sie erleben den Krieg an der Front, im Hinterland und in einem Dorf in unmittelbarer Nähe der Kampflinie.

Dieses Buch fügt sich in die vielfältige Gedenk-Bewegung ein, sticht aber durch seine Originalität hervor. Zunächst zeichnet es sich durch seinen grundlegend deutsch-französischen Charakter aus. Auch wenn ansonsten zum hundertjährigen Gedenken lobenswerte Bemühungen angestellt werden, den Krieg von 1914 bis 1918 global und transnational zu begreifen, wird er doch überwiegend in einem nationalen Rahmen dargestellt. Dieser Comic unterscheidet sich von diesem üblichen Herangehen jedoch durch seine Autoren, die Auswahl seiner Protagonisten und die gleichzeitige Veröffentlichung in beiden Sprachen. So bietet er uns eine wechselseitige Perspektive auf den Ersten Weltkrieg.

 

Das Projekt vereint pädagogische Intention, historische Forschung und künstlerische Gestaltung miteinander. Es stellt die authentischen Tagebücher und Memoiren von zwei jungen Franzosen und zwei jungen Deutschen vor, die den Krieg von 1914 bis 1918 erlebten. Diese Dokumente, die mit großer Sorgfalt ausgewählt wurden, erinnern uns daran, dass es zuerst und vor allem die gesamte europäische Jugend war, die das Schrecklichste des Krieges mit voller Wucht zu erleiden hatte.

Ihre individuellen Schicksale zeigen uns, wie sich das Leben dieser Deutschen und dieser Franzosen durch den Krieg verändert. Sie sehnen sich lange vergeblich nach einem Ende des Krieges, werden mit Todesangst konfrontiert, mit extremer Gewalt auf den Schlachtfeldern, mit Entbehrungen, Scham und Angst vor der Niederlage.

 

„Tagebuch 14/18 – Vier Geschichten aus Deutschland und Frankreich“ zeigt uns aber auch ohne Schwarzweißmalerei, dass Walter, René, Nessi und Lucien bereitwillige Akteure dieses Krieges wurden. Sie erleiden ihn zwar, aber sie machen auch aktiv mit, jeder auf seine Art. Als Teilnehmer sind sie auch Zeugen dieses Krieges. Ihnen ist sehr bewusst, ein Ereignis zu durchleben, das ihre Epoche erschüttert und auch sie selbst verändert. Sie entscheiden sich, die Gedanken zu Papier zu bringen, die ihnen von der Kriegserfahrung diktiert werden. Ihre Tagebücher und Erinnerungen,  mit großem Feingefühl und Respekt vor den historischen Quellen von Alexander Hogh (Text) und Jörg Mailliet (Zeichnungen) für den Comic adaptiert, zeigen uns eine verletzte, traumatisierte, und durch den Krieg veränderte Menschheit, die gleichzeitig aber auch voller Lebenshunger ist. Das ist zweifellos eine der Stärken dieses Comics, der den Blick der Leser auf die Ebene der Protagonisten lenkt und diesen lebendig werden lässt. Dadurch hilft uns „Tagebuch 14/18 – Vier Geschichten aus Deutschland und Frankreich“ nicht nur den Krieg zu verstehen, sondern auch die Nachkriegszeit, und darüber hinaus auch unsere Gegenwart.

 

Prof. Gerd Krumeich,  (em.) lehrte Neuere Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Er ist u.a. Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der französischen Regierung für das Gedenkjahr 2014 und Vizepräsident des Forschungszentrums des Museums Historial de la Grande Guerre in Péronne.

 

Dr. Nicolas Beaupré lehrt moderne und neuere Geschichte als maître de conférences an der Universität Blaise Pascal in Clermont-Ferrand (Frankreich). Er ist auch Mitglied des Institut universitaire de France und sitzt im Vorstand des Forschungszentrums des Historial de la Grande Guerre in Péronne.

 

 

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